Alentejo
Kulinarisch genießen
Im Alentejo versteht man sich aufs Essen und Trinken. Die Ess- und Trinkkultur ist unauflöslich mit Geselligkeit, Gastfreundschaft und Festlichkeiten verbunden. Es heißt, dass im Hause eines wahren Alentejaners, sei er arm oder reich, der Tisch jederzeit gedeckt ist. Dass dies der Wahrheit entspricht, erhöht den Reiz dieser kulinarischen Entdeckungsreise um einiges. Auch wenn die Qualität der kulinarischen Spezialitäten und der Weine immer mehr Besucher anlockt, gehören diese weiterhin – Gott sei Dank – zu dem ganz normalen Alltag der Gegend. Deshalb können wir Ihnen nur empfehlen, sich für ein paar Tage als Bewohner des Alentejo zu fühlen!
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Kommen wir zu den salzigen Genüssen, den unverzichtbaren Oliven und dem Olivenöl, den kleinen, frischen oder gereiften, weichen oder harten Käsesorten, die je nach Jahreszeit, Ort oder Vorliebe aus Ziegen- oder Schafsmilch hergestellt werden, zu den beliebten Würste verschiedener Machart und schließlich zum Schinken. Immer mehr Produkte in diesen Bereichen werden mit Qualitätssiegeln ausgezeichnet. Aber auch hier gilt, was schon im Zusammenhang mit der Weinproduktion erwähnt wurde. Es gibt Hersteller, die sich nie um den Erhalt eines solchen Siegels bemüht haben, teils aus eigener Entscheidung, teils weil die Größe des Betriebs es nicht rechtfertigt, deren Produkte aber trotzdem hervorragend sind. Ihre Adressen und Verkaufsstellen können Sie bei den Touristeninformationen erhalten. Da wir uns hier auf eine Auswahl beschränken müssen, finden nur Produkte Erwähnung, die nach den Normen der Europäischen Union mit dem g.U.-Siegel (geschützte Ursprungsbezeichnung) oder dem g.g.A.-Siegel (geschützte geografische Angabe)ausgezeichnet wurden. |
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Käsesorten Der Käse von Nisa, ein g.U.-Produkt, ist ein gereifter halbfester Käse mit dichter Konsistenz und kleinen löchrigen Einschlüssen, der nur in acht Bezirken des Nördlichen Alentejos hergestellt wird. In derselben Gegend findet man auch einen Mischkäse aus Schafs- und Ziegenmilch, den „Queijo Mestiço de Tolosa", ein g.g.A.-Produkt. In Nisa, Monte Claro, Gáfete, Tolosa, Alpalhão, Vaiamonte und Monforte gibt es Käsereien, wobei in Tolosa und Vaiamonte auch Biokäse hergestellt wird, der teilweise mit dem Bio-Siegel ausgezeichnet ist. Der Käse von Évora, ebenfalls ein g.U.-Produkt ist ein gereifter Käse mit fester oder halbfester, dichter Konsistenz, der in einem großen vierzehn Bezirke des Mittleren und drei des Nördlichen Alentejos umfassenden Gebiet produziert werden kann. Käsereien befinden sich in Évora, Arraiolos, Alcáçovas, Aldeias de Montoito bei Redondo, Rio de Moinhos, bei Borba und Sousel. Der g.U.- Käse von Serpa ist der bekannteste unter den Käsesorten des Alentejo. Es handelt sich um einen gereiften Schafskäse mit einer halbfesten, dichten, cremigen Konsistenz, die zerlaufen kann. Er wird mindestens einen Monat kühl und feucht gelagert, bis er den richtigen Reifegrad erreicht hat. Sein unverwechselbarer Geschmack ist auf Klima, Beschaffenheit der Böden und des Weidelands der zwölf im Unteren Alentejo gelegenen Herstellungsbezirke zurückzuführen. Käsereien sind in Beja (Santa Clara do Louredo und Penedo Gordo), Moura, Pias, Serpa und Mértola (Corvos und Corte Velha) zu finden.
Von ihnen stammen aber auch die Oliven, die seit Jahrhunderten auf jedem Tisch des Alentejo zu finden sind und nach alten Rezepten „gesüßt"und mit Salz und Oregano gewürzt werden. Auch die Restaurants haben die alten Essgewohnheiten übernommen. Die ersten Oliven werden ab Oktober gepflückt. Sie werden leicht zerdrückt, um ihnen die Bitterstoffe zu nehmen. Die restlichen Früchte werden zu Konserven verarbeitet, die ab März genießbar sind. Die einzige industriell verarbeitete Olivensorte, die mit dem g.U.-Siegel versehen ist, stammt aus Elvas und Campo Maior. Olivenöl aus Moura, Olivenöl aus dem Nordalentejo und Olivenöl aus dem Inneren Alentejo sind die drei Sorten, die das g.U.-Siegel besitzen. Diese Qualitätsöle, von denen jedes seine eigene Geschmacksrichtung aufweist, sind native oder extra native Öle, die folglich ausschließlich durch mechanische Verfahren und bei niedrigen Temperaturen gewonnen werden. Um das Qualitätssiegel zu erhalten, muss einwandfrei nachgewiesen werden, dass die Qualität mit den natürlichen und menschlichen Faktoren des Ursprungsgebiets in Verbindung steht. Olivenöle mit Biosiegel erfreuen sich einer zunehmenden Beliebtheit. Zu diesem Thema ist ein Besuch des Olivenölmuseums in Moura zu empfehlen, das in der alten Ölmühle „Lagar de Varas de Fojo" eingerichtet wurde und der ebenfalls in ein Museum verwandelten Ölmühle des Palasts des Vicomtes d’Oliva in Campo Maior. In demselben Ort gibt es im Übrigen auch ein interessantes Kaffeemuseum.
Hersteller sind in Portalegre, Póvoa de Meadas, Elvas, Arronches, Fronteira, Sousel, Cano, Estremoz und Borba zu finden. Viele beteiligen sich an dem Programm „Rota dos Sabores do Alentejo", die „Route der Aromen des Alentejo", was den Besuch von Produktionszentren, eine Verkostung der Produkte und den direkten Verkauf durch den Hersteller ermöglicht. Informationen unter www.rotadossabores.com
Der Schinken von Barrancos ist der einzige, der mit der Bezeichnung g.U. (geschützte Ursprungsbezeichnung) ausgezeichnet wurde. Er wird ausschließlich aus Hinterschinken der einheimischen Schweinerasse hergestellt, die in Kork- und Steineichenwäldern gehalten wird. Er hat ein Mindestgewicht von 5 kg, einen sehr feinen, angenehmen Geschmack, ist nicht zu salzig und kann bisweilen eine leichte Schärfe aufweisen. Das Fett ist glänzend und aromatisch. Was ihn besonders macht, ist die Tatsache, dass er auf Grund des günstigen Mikroklimas nicht wie die anderen geräuchert, sondern langsam an der Luft getrocknet wird. Das Ergebnis ist ausgezeichnet und rechtfertigt einen Besuch bei den Herstellern, die neben Schinken auch hervorragende Würste anzubieten haben. |






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